Ausgabe 362

Was machen eigentlich…?

Der Hochschuldschungel kann schon etwas verwirrend sein. Ständig wird man mit immer neuen Gremien konfrontiert. Was machen die eigentlich?
Wofür sind die eigentlich da? Wir vom Studierendenrat der Ernst-Abbe-Hochschule haben uns zur Aufgabe gemacht, euch diese Gremien zu erklären und vielleicht euer Interesse für die Arbeit im Gremium zu wecken. Heute möchten wir die Reihe mit den Fachschaftsräten beginnen.

Meist hört man diesen Begriff immer nur in Zusammenhang mit Weihnachtsfeier und Semesteranfangsparty. Doch eigentlich sind die Fachschaftsräte viel mehr als die hausinternen Eventmanager für Studentenfeten.
Jeder Fachbereich hat immatrikulierte Studierende, die die Fachschaft bilden. Jeder immatrikulierte Student ist Mitglied in der Fachschaft eines Fachbereiches.
Jede Fachschaft kann Vertreter wählen, die dann den sogenannten Fachschaftsrat ergeben. Der Fachschaftsrat besteht aus mindestens drei und maximal elf Mitgliedern der Fachschaft. Der Vorsitzende des Fachschaftsrates beruft die Sitzungen ein, organisiert die gesamte Tätigkeit der Fachschaft und gewährleistet mit den anderen FSR-Mitgliedern die Arbeitsfähigkeit des Gremiums. In jedem Fachschaftsrat gibt es einen Haushalts- und einen Kassenverantwortlichen. Der Haushaltsverantwortliche des Fachschaftsrates legt einen Haushaltsplan vor, über den das Gremium abstimmen muss. Der Kassenverantwortliche nimmt die Zahlungen für die Veranstaltungen vor.
Der Fachschaftsrat soll die Interessen der Fachschaft in allen Bereichen vertreten. Die Studenten sollen mit der Unterstützung des Fachschaftsrates unterhalten werden, politische Bildung erfahren und ihre Interessen im hochschulpolitischen Kontext vertreten. Dabei ist die Organisation von Partys eigentlich nur ein minimaler Teil der Aufgaben. Aktuell sind die Verhandlungen mit der VG-Wort ein wichtiges Thema im hochschulpolitischen Kontext.
Vielmehr sollte eine Vertretung von studentischen Interessen gegenüber dem Fachbereich im Vordergrund stehen. Bei Problemen mit Professoren und Klausuren sollte der FSR eures Fachbereiches der erste Ansprechpartner sein. Schließlich sind es eure Kommilitonen, die ähnliche oder gleiche Probleme hatten wie ihr.
Eine Tätigkeit im FSR kann sehr lehrreich und spannend sein. Da ihr meist sehr direkt mit euren Kommilitonen zusammenarbeitet, lernt ihr euren Fachbereich sehr genau kennen. Ihr lernt es, Events und Veranstaltungen zu organisieren und natürlich auch zu bewerben. Dabei könntet ihr Euch mit der Gestaltung von Werbematerialien und dem richtigen Marketing von Veranstaltungen beschäftigen.

Ausgabe 361

Der StuRa sucht Mitarbeiter für:

AG Rechtsvorschriften
Die AG kümmert sich um alle Ordnungen und berät nötige Änderungen. Dabei wird eng mit dem Vorstand zusammengearbeitet. Außerdem lernt man die Abläufe beim Ertellen von Verkündungsblättern an der Hochschule kennen.
Diese AG ist etwas für alle, die zuverlässig arbeiten und Verwaltungsstrukturen der Hochschule kennen lernen wollen.

AG Datenbank
Der StuRa möchte alle alten und neuen Beschlüsse in einer Datenbank festhalten, damit mehr Transparenz besteht, der StuRa selbst einen besseren Überblick behält und die Beschlüsse durchsucht oder gefiltert werden können. Die Datenbank soll im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit erstellt werden. Dies wird demnächst ausgeschrieben.

AG Wahlen
Die AG Wahlen ist verantwortlich für die Organisation und Durchführung der StuRa- und FSR-Wahlen. Dazu wird eng mit dem Wahlvorstand zusammengearbeitet. Um die Wahlen zu bewerben, sammelt die AG kreative Ideen und berät diese mit dem Öffentlichkeitsreferat.

AG Semesterticket
Die AG Semesterticket setzt sich dauerhaft für ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Semestertickets ein, hält den Kontakt zum StuRa-Vorstand und unterstützt bei der Durchführung wichtiger Urabstimmungen zum Semesterticket. Dazu führt sie auch die nötigen Preisverhandlungen mit dem Jenaer Nahverkehr, der Deutschen Bahn und dem VMT und trifft sich darüber hinaus quartalsweise mit den Geschäftsführern des Jenaer Nahverkehrs.

Hochschulsport
Das Referat für Hochschulsport setzt sich dafür ein, dass die Bedingungen beim Hochschulsport so gut bleiben wie sie sind, also die Kurse weiterhin günstig und vielseitig sind. Dazu arbeitet das Referat eng mit dem Hochschulsportbeauftragten zusammen. Außerdem werden verschiedene Wettkämpfe und Sportveranstaltungen wie etwa Sportfeste oder andere Veranstaltungen mit sportlichem Hintergrund unterstützt.

Stellvertretende Haushaltsverantwortung
Der StuRa erhebt je Semester einen Beitrag von 6 Euro je Studi für die Erfüllung der Aufgaben von StuRa und Fachschaften. Damit dieses Geld auch ordnungsgemäß verwendet wird, wird es vom Referat Finanzen verwaltet. Eine wichtige Person dabei ist der Haushaltsverantwortliche, der den Haushalt erstellt und vor jeder Überweisung prüft, ob auch alles richtig gemacht wurde. Hierfür wird eine Stellvertretung gesucht. Das Geld wird verwendet, um die Prüfungsberatung, die Bürokraft und den Technikreferenten zu bezahlen. Außerdem wird das Akrützel, Campusradio und Campus-TV gefördert. Mit der Restsumme können Veranstaltungen organisiert werden.

Ausgabe 360

Warum sollte man sich engagieren?

Ein Ehrenamt wird oftmals als zusätzliche Belastung zum Studium gesehen.
Scheinbar bleibt in der Welt zwischen ECTS-Credits und Klausuren kaum noch Zeit sich mit Dingen zu beschäftigen, die über den eigenen Tellerrand hinausgehen.
Gerade studentische Gremien haben vielmals ein durchwachsenes Image.
Doch ein Jahr sich zusätzlich zu engagieren kann wertvolle Zusatzqualifikationen mit sich bringen, die weit über Weltverbesserung und Idealismus hinausgehen.

5 Gründe für ehrenamtliches Engagement:

1.) Ordnungen und Satzungen werden zugänglich Plötzlich ist man gewählter Vertreter der Studierenden. Ob man will oder nicht, jetzt muss man sich mit Satzungen und Ordnungen befassen. Diese liegen oft außerhalb des Studienfaches und der bisherigen Interesselage.
Man liest die Finanzordnung und Geschäftsordnung und wundert sich, was dort alles geregelt ist. Diese Lesefähigkeiten werden auch weiterhin nützlich im weiteren
Lebensalltag: Denn plötzlich scheint die Erklärung zum Bafögantrag nicht länger in altaramäisch geschrieben zu sein und generell werden juristische Texte immer zugänglicher. Der juristische Schreib- und Denkstil wird einem klarer.

2.) Teamfähigkeit wird ausgebildet
In einem Gremium hat man ein gemeinsames Ziel. Im Team arbeiten ist spannend und lehrreich. Man lernt seine Teammitglieder anzuleiten und das gemeinsame Ziel zu verfolgen. Man lernt Differenzen zu überbrücken, unterschiedliche Charaktere einzuschätzen und mit diesen zu Recht zu kommen. Dies ist auch für das tägliches Leben eine wichtige Fähigkeit. Ferner wird Teamfähigkeit immer wichtiger in der heutigen Arbeitslandschaft. Viele große Arbeitsgeber wünschen sich immer wieder teamfähige Mitarbeiter. Eine Übung dieser Fähigkeit ermöglicht auch bessere Jobchancen.

3.) Du wirst der Meister des Planens
Ob man will oder nicht, alles muss mit einem Mal organisiert werden, auch das eigene Leben. Man muss seine geringere Zeit irgendwie organisieren, um noch die Dinge machen zu können, die man gerne macht. Zusätzlich lernt man effizient seine Aufgaben zu erfüllen. Plötzlich hat man Listen und einen nach Stunden organisierten Terminkalender und hat seine Klausurvorbereitung schon Wochen im Voraus geplant, nur damit man weiß, wie lange und wann man Lernen muss. Bevor man sich versieht, erscheint es, als ob die Zeit mehr wird.

4.) Netzwerke werden aufgebaut
Mindestens ein Jahr seines Lebens verbringt man seine Zeit mit Menschen, die die gleichen Zielen haben wie man selbst. Aber meistens hat man sich diese Menschen nicht ausgesucht. Dies ist Fluch und Segen zugleich.
Es werden Freundschaften gebildet, die man vorher nicht hatte. Meist werden diese auch sehr lange im Leben verankert sein. Dennoch wird nicht nur ein studentisches Netzwerk aufgebaut. Man muss Kontakte mit Sponsoren und Firmen aufnehmen, um Projekte zu organisieren. Daher entstehen wichtige Kontakte, die man später vielleicht mal nutzen kann.

5.) Man wird sich bewusst, was einem wirklich wichtig ist und was einen bewegt Ständig stellt man sich die Frage nach den eigenen Prioritäten. „Will ich mich für die Party für meine Kommilitonen engagieren oder will ich doch lieber meine Zeit mit hochschulpolitischen Themen verbringen?“ Durch die ständige Konfrontation mit den eigenen Präferenzen und den eigenen Vorlieben wird schnell deutlich, was einen am Herzen liegt. Dadurch lernt man Prioritäten zu setzen und sich deutlich zu positionieren. Eine Zerstreutheit über das eigene Leben und die eigenen Wünsche wird ein wenig eliminiert.

Ihr habt Lust euch zu beteiligen, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten oder wollt einfach gemeinsam mit anderen etwas bewegen? Dann, auf geht’s! Wir suchen noch engagierte Menschen für folgende Referate:
– Haushalt als Stellvertretung
– Hochschulsport
– Technik
und verschiedene Arbeitsgruppen:
– Semesterticket
– Wahlen
– Rechtsvorschriften
– Datenbank
Ihr wisst nicht worum es dabei geht?
Dann schaut auf unserer Homepage vorbei oder schreibt uns eine E-Mail!

Ausgabe 358

WERTE MENSCHEN

Werte Kommiliton*innen neu und alt,

„im Sommer dieses Jahres hatte ich mal einen freien Abend und befand mich auf meiner elterlichen Couch. An diesem Abend lief im ZDF der Film „Wir sind die Neuen“. Eigentlich hatte ich nicht so wirklich Lust, im scheinbaren Rentner-TV zu vergammeln. Dennoch ertrug ich mein mehr oder minder selbstgewähltes Elend. Die Handlung des Filmes ist schnell zusammengefasst: Vier ältere Herrschaften in besten Rentenalter wollen es noch einmal wissen und lassen ihre alte Studierenden-WG wieder aufleben. Dabei treffen sie die Studierenden von heute wieder. Die Älteren trifft fast der Schlag: Junge Menschen mit Bandscheibenvorfällen und Angststörungen. Da wo zu ihren Zeiten noch wilde Partys, Affären und Kochexperimente die Regel waren, werden wir scheinbar nur von Leistungen an den Rand der Verzweiflung getrieben“, erzählt uns eine Kommilitonin vor einiger Zeit.

„Doch ist unsere Generation wirklich so? Ist Spießertum die Form der Rebellion, die unsere Generation gewählt hat?“ Die großen deutschen Zeitungen titeln immer mehr mit dem scheinbaren Konservativismus unserer Generation. „Geld ist wichtiger als Sinn“, schrieb die Welt am 18.04., am 19.10. wurde Robin Tech, Gründer von Atomleap, in der Huffington Post mit folgender Aussage zitiert: „Wenn ich mir die aktuellen Studien ansehe, was sich unsere Generation Y beruflich wünscht, dann kommt vor allem eine Antwort: Sicherheit, am besten in einem Beamtenjob. Wahnsinn!“ Scheint als ob unserer Generation Spitzdecke und Bausparvertrag wichtiger sind als die Fragen der Welt.
Doch das glauben wir nicht.
Lasst euch mit der Spitzendecke noch ein wenig Zeit.

Liebe KommilitonInnen.
Genießt die Zeit, die ihr an der Hochschule habt. Auch ihr werdet noch genug Zeit für Spießigkeit haben. Jetzt ist eure Aufgabe euch ein Standbein für eure Zukunft aufzubauen. Bitte nehmt diese Aufgabe ernst.
Doch seid ihr die Zukunft unseres Landes. Unsere Gesellschaft kann nur weiter in Zukunft existieren, wenn junge Menschen Dinge in Frage stellen und ihrer jugendlichen Unvernunft nachgeben.
Deshalb: Seid unvernünftig.

Wir wissen, dass ihr in den letzten Tagen viel über Studien und Prüfungsordnungen gehört habt. Vergesst diese mal einen Moment. Für jeden ist klar, jedes Semester 30 ECTS-Credits ablegen zu müssen, ist viel. Ihr habt noch eine weitere Aufgabe im Studium. Diese hat nichts mit ECTS-Credits und Modulkatalogen zu tun. Diese Aufgabe ist eine für Euch ganz persönlich.
Eine der wichtigsten Aufgaben – auch im Bachelorstudium – sollte sein, sich selbst kennenzulernen. Die Studienjahre sind also nicht nur Lernjahre für einen späteren Beruf, sondern auch Lehrjahre für den Menschen selbst. Im Idealfall lernt man sich selbst zu organisieren, mit Stress umzugehen, Wissen anzueignen und anzuwenden, im Team arbeiten und Menschen zu führen.
Diese Leistung wird im Rahmen eigentlich für das Studium irrelevanter Dinge erbracht. Die Leistung des Wachsens beginnt in viel zu langen Seminaren, endlos erscheinenden Arbeiten und schlecht geschlafenen Nächten wegen der Prüfung, die am nächsten Tag ansteht.
Sie beginnt erst an diesem Punkt, da man mit Angst, Stress, Frust und Druck umgehen und aushalten lernt. Sie geht weiter mit lustigen Abenden mit Freunden und Konflikten in der nicht genetisch verwandten Familie.
Ihr werdet Freunde finden, die euch den Rest des Lebens begleiten werden und Menschen, die euch viel bedeuten werden.
In unserer ersten Vorlesung an der EAH sagte ein Professor zu uns:
„Gucken Sie mal im Hörsaal rum. Vielleicht finden sie hier jemand ganz Besonderen, mit dem sie eine Familie gründen werden. So habe ich meine Frau kennen gelernt.“ Nur, liebe Kommiliton*innen, werdet ihr diese Erfahrungen nicht machen, wenn ihr euch stur an die Ordnungen haltet. Bitte bedenkt, dass Musterstudienplan nicht von Müssen kommt.
Aus diesem Grund bitten wir euch:

Seid mutig. Verliert eure Leidenschaft nicht für die Dinge, die euch wichtig sind.
Engagiert euch, vielleicht auch in studentischen Gremien. Denn nur so können wir weitere Fortschritte machen. Aber am meisten bitten wir euch:
Seid unvernünftig!

Dies ist eine abgewandelte Form der Rede des StuRas auf der Immatrikulationsfeier